Social Media Week 2012: Mit Google+ näher am Kunden
Hamburg ist in diesem Jahr eine von 12 Städten weltweit, in denen vom 13.-17. Februar die Social Media Week 2012 stattfindet. Aus dem breiten Programmangebot hatte ich mir den Vortrag „Mit Google+ näher am Kunden“ herausgesucht. Referent war Joel Berger, Industry Leader Media & Entertainment bei Google. Ich war neugierig zu hören, welche Ziele Google mit seinem sozialen Netzwerk verfolgt und wie seine Vorzüge im „O-Ton“ dargestellt werden. Der Saal im Flügelbau des Hauptgebäudes der Uni Hamburg war mit ca. 140-150 Teilnehmern gut gefüllt, das Interesse also groß.
Den Kern des Vortrags bildeten vier Thesen, die jede für sich ein Problemfeld im Online bzw. Social Media Marketing darstellen:
- Botschaften sind unpersönlich
- Kommentare sind keine Konversationen
- Empfehlungen sind flüchtig
- (Online) Marketing ist fragmentiert
Wie zu erwarten war, biete Google+ zu jedem dieser Problemfelder einen Lösungsansatz:
Dank der Circles kann man Botschaften Zielgruppen-spezifisch aussteuern und umgeht auf diese Weise eine „One Post Fits All“ Kommunikation.
In den Hangouts führt man Dialog von Angesicht zu Angesicht anstatt dass isolierte Kommentare an (Unternehmens-)Botschaften gehängt werden und es bei Einweg-Kommunikation bleibt.
Mit der Nutzung des +1 Buttons verschwinden Empfehlungen von Freunden nicht mehr im Stream-Nirvana, sondern werden dann sichtbar, wenn man sie braucht – bei einer Google-Suchanfrage.
Außerdem verbindet die +1 Funktion sämtliche Angebote und Plattformen von Google und wirke so der Fragmentierung von Marketing-Maßnahmen entgegen.
Insgesamt sind diese Ausführungen wenig überraschend. Als ich die Thesen sah, hatte ich schon einige (treffende) Vermutungen, was als Lösung präsentiert werden würde. Interessant und bemerkenswert war für mich allerdings die Rolle, die Google+ im Google Portfolio spielen soll und wie diese formuliert wurde. Der eigentliche Schlüssel ist nicht Google+ als soziales Netzwerk, sondern der +1 Button als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Angeboten im Google-Universum und letztlich zur Aufwertung der Google-Suche durch persönliche Empfehlungen. Google+ wird dabei als praktische Aggregations-Plattform gesehen, im Gegensatz zu einer Status-Plattform wie Facebook (Ich mache gerade dies…, Ich bin gerade hier…).
Der Knackpunkt liegt dabei darin, wie schnell die personalisierte Suche bei Google wirklich relevant werden kann, denn alle Freunde und sonstige vertrauenswürdige Quellen für persönliche Empfehlungen brauchen zum „Plussen“ zumindest einen Google-Account. Google selbst ist laut Herrn Berger allerdings zuversichtlich – insbesondere aufgrund des Blitzstarts von Google+ – und sieht sich im Zeitplan. Zu dem allerdings Google-typisch keine Details zu erfahren waren.
Viele der Veranstaltungen der Social Media Week – wie auch dieser Vortrag von Google – sind per Livestream und nachträglich als Video hier zu sehen.



