Kraft Foods Keksmarke Oreo ist nach eigener Aussage „World’s Favorite Cookie“. Dieses Jahr soll der Schokokeks mit Milchcremefüllung mit einer groß angelegten Werbekampagne auch Deutschland erobern.
In sozialen Medien und insbesondere auf Facebook ist Oreo in den USA eine der beliebtesten Marken überhaupt mit aktuell fast 16,7 Millionen Fans. Beste Voraussetzungen also für die Rekordbücher, dachte man sich und rief gestern die Facebook-Community auf, einen Oreo Facebook-Post ins Guinness Buch der Rekorde zu bringen, indem er die meisten „Likes“ innerhalb von 24 Stunden bekommt. 50.000 war die Zielmarke, die es bis heute 15.00 Uhr zu knacken galt. Dies gelang problemlos, die Zahl wurde um mehr als das Doppelte übertroffen.

So weit, so gut. Allerdings fühlte sich der US-Rapper Lil Wayne – oder sein Management – von der Aktion inspiriert und blies ein paar Stunden später ebenfalls zur Rekordjagd. Der Musiker kann mit knapp über 20 Millionen Fans ebenfalls aus dem Vollen schöpfen. Und seine Fans folgten dem Aufruf in noch weit größeren Scharen als bei Oreo mit fast 500.000 Likes.

Was soll man von solchen „Muskelspielen“ halten? Natürlich ist es grundsätzlich besser, viele Fans, viele Follower, viele Likes zu haben als wenige. Aber bringt es neben dem obligatorischen Buzz eine Marke voran? Eigentlich wird hier nur die eigene Beliebtheit zementiert, der augenscheinlich kurzlebige Schein des Internets soll im Guinness Buch für die Nachwelt festgehalten werden.
„Etwas zu mögen“ ist ein integraler Teil von Facebook und die ominöse Schaltfläche wird dabei schon fast inflationär genutzt. „Rekorde“ wie dieser – egal ob er nun Oreo oder Lil Wayne zugesprochen wird – verblassen stark, wenn sogar Sprüche wie „Ab 250km/h zieht mein Bobbycar etwas nach rechts“ auf fast 24.000 Likes kommen.
Etwas Positives – vielleicht nicht unbedingt für Marken – lässt sich aus dem Like-Battle jedoch ziehen: Echte Menschen scheinen in sozialen Netzwerken doch noch beliebter zu sein als Kekse.